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Viele Menschen reagieren auf stressige Situationen oder emotionale Erlebnisse mit so genannten „Fress-Attacken“. Wenn ihr das auch kennt, möchte ich euch hier einen Weg aus dieser Spirale von Stress und emotionalen Essen mit anschließenden Schuldgefühlen zeigen.

Was macht man mit solchen negativen Symptomen, wenn sie aufkommen und man sie entdeckt? Man heißt sie willkommen und umarmt sie!

Wenn du wütend bist, verletzt oder gestresst, gib dir selbst 5 Minuten, um dich in deinem Körper wirklich RICHTIG SAUER zu fühlen. Fühle die Emotion in deinem Körper, ohne sie in deinem Kopf zu überinterpretieren. Fletsch die Zähne. Mache „Grrr“ Geräusche. Verzieh‘ das Gesicht. Mache was immer auch nötig ist und lass nach diesen 5 Minuten den Ball aus Wut los und ihn davonrollen.

Wenn du dich jemals in der Situation befunden hast, in der du dieses mysteriöse Hungergefühl verspürt hast, bei der du eine ganze Tafel Schokolade oder Chips in dich stopfen könntest, hier ein paar weitere Tipps:

  1. Beginne damit wahrzunehmen, dass dieses Verlangen auf einem Gedanken und/oder einer Emotion basiert, auch wenn du noch gar nicht weißt was es ist.
  2. Halte danach Ausschau, wo sich diese Emotionen in deinem Körper befinden. „Scanne“ deinen Körper von Kopf bis Fuß nach diesen Signalen oder physischen Empfindungen die du verspürst.
  3. Nur OBSERVIEREN – nicht ANALYSIEREN! Im Moment sammelst du nur Informationen.
  4. Hetze dich nicht mit einer zu schnellen Antwort, die alles erklärt, wie z.B. „Oh, es muss der Fehler meiner Mutter sein, weil blah blah blah“ oder „Oh, es kommt davon, dass ich kein Eiweiß hatte und nur 20 Gramm Kohlenhydrate.“
    Wenn dir eine solche Antwort in den Kopf schießt, ist das dein Gehirn. Dein Körper ist langsam und leise mit seinen Signalen. Du musst warten. Mindestens 30 Sekunden, besser 60.
  1. Erinnere dich daran, dass Emotionen sich wie Hunger anfühlen können. Ich weiß, das ist seltsam. Aber das ist ein Elefantenrüssel auch, und doch hat die Natur hat diese beiden Dinge möglich gemacht.
  2. Bringe dich nicht in die „ich sollte dies/das“ Falle und richte über deine Gefühle. Lass diese zu, selbst wenn sie sich dumm anfühlen. Nur ein bisschen Abstand halten und wie ein Wissenschaftler mit einem Notizbuch alles observieren.
  3. Wenn ein solches Gefühl aufkommt, frage dich selbst, wie die Situation in der du dich befindest vielleicht in Zusammenhang mit deiner eigenen Identität oder deiner inneren Werte steht. Frage dich selbst höflich und in einem Plauderton: „Oh, das scheint mir wichtig zu sein. Warum?“
  4. Wenn du eine Antwort erhältst (warte wieder – der Körper ist langsam), stelle dir noch mehr Fragen. „Was geht hier vor? Warum ist das wichtig?“ Frage weiter und weiter und achte auf die Reaktion deines Körpers. Es ist wie das „es wird wärmer“ – „es wird kälter“ Spiel: „Ist es dies? Hmm, nein. Ist es das? Ah, ja, das scheint besser zuzutreffen.“
  5. Gebe dir ein paar Minuten um die Emotionen wahrzunehmen, die du verspürst. Schau auf die Uhr, wenn nötig, und investiere 5 Minuten in dieses Projekt. Bist du traurig, weine. Bist du wütend, knirsch mit den Zähnen und knurre wie ein angepisster Pavian. Bist du besorgt, renne herum wie Homer Simpson.
  6. Rolle diese Kette nochmal rückwärts auf, um mehr Hinweise zu finden. Was hast du gemacht bevor du dich so gefühlt hast? Wer war bei dir? Was ist passiert? Was war vor einer Stunde? Diesen Morgen?
  7. Mache 10 tiefe Atemzüge. Atme anschließend für 5 Sekunden lange aus. Versuche dabei deine Lunge vollständig zu leeren. Wenn nötig, lass die Emotionen los auf denen du sitzt. Lass sie davonschweben wie eine Seifenblase.
  8. Wenn du damit fertig bist, schaue, ob dein Hungergefühl sich verändert hat. Wenn ja, wie? Wenn nein, warum nicht?

Wenn du keinen ruhigen Ort für all das finden kannst (z.B. bei der Arbeit, Zuhause mit den Kindern usw.), schleich dich ins Badezimmer. Wenn du den Fön anmachst, wird niemand dein „GRRRR“ hören!

Wenn du möchtest, dann schreibe mir eine Nachricht und erzähl mir, was du herausgefunen hast.

Euer Coach
Michael